Hausmittel statt Chemiekeule

Sparsame, gesundheitsbewusste und umweltbewusste Menschen verwenden lieber Hausmittel statt Chemiekeulen. Man muss nicht jeden grippalen Infekt mit Antibiotika und Schnupfenspray behandeln – und man muss nicht alles Verschmutzte mit den aggressivsten Reinigern traktieren.

Gesundheitspflege durch Hausmittel

In der Erkältungszeit kämpfen viele Arbeitnehmer mit harten Bandagen, um arbeitsfähig zu bleiben. Sie stecken lieber die halbe Belegschaft an, als sich drei Tage ins Bett zu legen und die Erkältung auszukurieren. Die halbe Apotheke steht bereit, um Kopf- und Gliederschmerzen, Triefnase und Reizhusten zu unterdrücken. Dabei sind das natürliche Reflexe, die dem Organismus helfen sollen. Wer etwas gegen die harten Bandagen der Pharmaindustrie hat,

– setzt auf frischen Knoblauch als natürliches Antibiotikum
– trinkt medizinischen Salbeitee gegen Halsentzündungen
– inhaliert mit Salzwasser, um die Atemwege frei zu bekommen
– und ruht sich ein paar Tage aus.

Ruhe und leichtes, vitalstoffreiches Essen sorgen dafür, dass das Immunsystem hochfahren kann, um die Erkältung in den Griff zu bekommen. Grüne Heilerde kann Darmverstimmungen, Gastritis und Vergiftungszustände beheben. Sie gibt nebenbei noch eine mineralhaltige Gesichtsmaske ab und kann auch Tieren bei Verdauungsstörungen gegeben werden. Fencheltee hilft gegen Stress, Einschlafstörungen und Magenbeschwerden, Kümmeltee gegen Blähungen und Krämpfe im Darm. Unsere Großmütter wussten noch, wie hilfreich kalte oder heiße Umschläge als Heilmittel waren. Sie konnten mit Zwiebelsaft Husten und Insektenstiche lindern. Immuntraining könnte ganzjährig mit kostenlosen Kneippgüssen betrieben werden. Es lohnt sich, sich der vielen vergessenen Hausmittel wieder zu erinnern. Sie sind meistens sehr preisgünstig – und sie benötigen keinen Beipackzettel, auf dem massive Nebenwirkungen und Kontraindikationen notiert sind. Wer auf Hausmittel statt auf Chemiekeulen setzt, lebt wesentlich gesünder.

Hauptsache, hygienisch einwandfrei

Viele Menschen glauben, dass man nur mit entsprechend aggressiven Putzmitteln den Haushalt keimfrei bekommt. Sie verwenden ätzende WC-Reiniger, beduften den gewischten Flur mit penetrantem Maiglöckchenduft und gehen gegen Kalkflecken mit teuren Spezialreingern vor, anstatt das kalkhaltige Wasser gleich wegzuwischen oder die Flecken mit Essigwasser zu behandeln. Jede Wäsche wird mit dem neusten Weichspüler traktiert, dieser raubt aber den Mitmenschen den Atem. Die ständige Beduftung durch Weichspüler kann kleine Kinder, aber auch Erwachsene auf Dauer sogar allergisch oder asthmatisch machen. Darüber hinaus betäubt sie unsere Sinne und überlagert alle natürlichen Düfte. Kaiser Natron macht die Wäsche geruchsfrei weicher. Meistens genügen grüne Seife, unbeduftete Neutraleiniger, reine Zitronensäure, Essigreiniger und Scheuersand, um gesunde Hygiene zu betreiben. An Chemiekeulen in Form von Medikamenten und Reinigungsmitteln verdient die selbe Industrie, die uns täglich werbeträchtig suggeriert, dass wir ohne sie nicht mehr auskommen: die Chemieindustrie. Doch viele der nützlich erscheinenden Chemiekeulen sind entbehrlich. Etliche davon sind nicht ungefährlich. Wenn jeder Keim damit erstickt wird statt mit Hausmitteln auf natürliche Weise entfernt zu werden, kann unser Immunsystem nicht trainieren. Zu viel des Guten ist meistens kontraproduktiv. Niemand braucht für jedes Wehwehchen ein chemisches Mittel. Wer gegen jeden Keim und jede Verschmutzung eine ganze Armada an Chemiekeulen einsetzt, schadet letztlich sich selbst und auch der Umwelt. Er gibt mehr Geld aus als nötig und setzt langfristig seine Gesundheit auf’s Spiel. Außerdem könnte die Menschheit der Nachwelt beträchtliche Sorgen ersparen, wenn sie wieder mehr auf Hausmittel setzen wurde. Es lohnt, den nachfolgenden Generationen einen Müllberg gigantischen Ausmaßes zu ersparen.