Mit Angeboten sparen

Angebote im Handel sind eine völlig normale Sache. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) geht mehr als ein Fünftel des aktuellen Warenangebots zu verbilligten Preisen über den Ladentisch – und in dieser Erhebung sind noch nicht einmal die Sparten Fleisch, Milchprodukte, Gemüse und Obst berücksichtigt, die bereits aus Gründen des nahenden Verfallsdatums oft im Preis reduziert werden. Die Tendenz ist steigend, denn zu Beginn der 2000er Jahre lag der Anteil der verbilligten Angebote im Handel noch unter 10 %. Die Chancen für kostenbewusstes Einkaufen haben sich dadurch entscheidend erhöht. Mehr noch: Mit entsprechenden Angeboten können die Lebenshaltungskosten im Bereich Haushalt komplett gesenkt werden.

Das System hinter den Angeboten

Die Kunden sind mittlerweile daran gewöhnt, dass immer einige Produkte im Supermarkt günstiger zu haben sind als sie regulär eigentlich kosten. Die wenigsten machen sich jedoch Gedanken darum, was sich hinter der wellenförmigen Preisbewegung verbirgt. Das Überangebot im Handel hat dazu geführt, dass vorrangig über den Preis verkauft werden muss. Um das Marken-Image nicht zu beschädigen, realisieren die Anbieter den Zwang zur Reduzierung über kurzzeitige radikale Preissenkungen ihrer Waren. So bleiben sie mit der Konkurrenz auf Augenhöhe. Jeder Bereich des Warenangebots bildet heute einen Preis-Strudel, der sich als System über den gesamten Markt zieht. Der Kunde muss ihm nur folgen.

Mit dem Strom schwimmen – dauerhaft preiswert einkaufen

Um den Markt überblicken zu können, müssen sich die Verbraucher aus ihrer Markenbindung lösen, und das gleich doppelt. Im Supermarkt um die Ecke kommt die Preissenkungswelle für einen bestimmten Produktbereich nur in so großen Abständen vorbei, dass die Reduzierung eine Ausnahme bleibt. In der übrigen Zeit läuft sie durch andere Handelseinrichtungen, die es also lohnt, aufzusuchen. Zum anderen bilden Kaufgewohnheiten wie das Verharren bei einer einzigen Konservenmarke eine noch größere Spar-Barriere. Die Abstände zwischen den Angeboten einer Marke sind noch größer als die im gesamten Sparten-Sortiment.
Wer kein Problem mit dem Markenwechsel hat, kann sich kontinuierlich mit einem Produkt zum niedrigen Preis versorgen. Das beste Beispiel sind die rigorosen Preisaktionen bei den Marktführern im Bereich der Halbfettmargarinen. Die Senkung um ein Drittel für eine Woche zieht (mit größeren Abständen dazwischen) nach und nach durch alle Märkte – mal ist es diese, mal jene Marke. Das trifft auch auf die meisten anderen Produktgruppen zu, vom Haarwaschmittel bis zur Schokolade. Es lohnt sich deshalb, die wöchentlichen Werbeprospekte der großen Handelsketten zu studieren.

Kluge Vorräte – die Entlassung aus dem Kaufzwang

In jedem Fall ist Augenmaß bei der Kaufmenge gefragt. Margarine (um beim Beispiel zu bleiben) ist monatelang haltbar. Eine Person verbraucht davon im Durchschnitt pro Jahr 9 kg. Das entspricht 18 handelsüblichen 500-g-Packungen. In einem Quartal werden also vier bis fünf solcher Packungen benötigt, die bequem in den Kühlschrank passen. Die nächste Preissenkung begegnet dem Verbraucher während des Quartals zwangsläufig in einer anderen Handelskette. Der Normalpreis für den durchschnittlichen Jahresverbrauch liegt bei rund 30 Euro – bei der Versorgung über Angebot sinkt er auf 18 Euro. Bei angenommenen 100 Waren des täglichen Bedarfs und frischen Lebensmitteln, die jeder Haushalt benötigt, steigt das Sparpotenzial der Angebote für eine Person schnell über 1.000 Euro im Jahr an.