Mit günstigeren Alternativen sparen

Muss es immer die bekannte Marke sein? Die Bekleidung des Markendesigners, die Lebensmittel des überall bekannten Herstellers oder selbst das Auto mit dem hohen Renommee. Wer absoluten Wert auf Äußerlichkeiten legt und sich dies auch leisten will und kann, soll ruhig dabei bleiben, dass teuer gleichzeitig auch gut ist und alles andere nichts taugt.

Dass dies nicht richtig ist, haben in der Vergangenheit sowohl verschiedene Medien wie auch Verbraucherschutzorganisationen aufgezeigt. Der Vorteil liegt hierbei für den Kunden und Verbraucher in der industriellen Großserienproduktion. Die zieht sich durch fast alle Sparten und Gewerbe. Lediglich ein ganz kleiner Bereich ist hier ausgenommen und das sind bestimmte kunsthandwerkliche Produkte oder Waren aus Manufakturen, die einem so hohen Qualitätsanspruch genügen, dass dieser mit normalen Maßstäben nicht zu messen ist.

Bei allen anderen Dingen gilt, dass etwas Gleichwertiges für wesentlich weniger Geld zu haben ist. Wie bereits erwähnt, hängt dies mit der Industrieproduktion und der Auslastung der Maschinen zusammen. So benötigt ein Markenproduzent zur Erfüllung seiner Lieferpflichten eine bestimmte Anzahl an Produkten, die als Markenwaren teuer verkauft werden. Der Produktionsbetrieb, der die Markenware fertigt, ist aber oft in der Lage, weit mehr herstellen zu können, als für den Markenverkauf benötigt wird. Damit die Maschinen ausgelastet sind, läuft die Produktion folglich weiter. Doch was tun mit der Markenware, die eigentlich nicht benötigt wird, da der Absatz des Produktes aufgrund des Preises begrenzt ist? Ganz einfach. Es erfolgt eine Umetikettierung und der Verkauf unter einem anderen Namen zu einem wesentlich günstigeren Preis. Dabei wird keineswegs Verlust gemacht. Die Gewinnspanne ist auch hier noch gegeben und gleichzeitig ist das Renommee der Marke geschützt. Im Lebensmittelhandel mit seinen strengen Vorschriften zu Inhalts- und Herstellerangaben ist dieser, für den Verbraucher günstige, Etikettenschwindel relativ leicht auszumachen. So finden sich in Supermärkten und Discountern Markenwaren und No-Name-Produkte nebeneinander, die inhaltlich identisch sind, sich im Preis aber gewaltig unterscheiden.

Bei Textilien ist es etwas schwieriger. Das Prinzip bleibt jedoch das gleiche. Hier jedoch muss eine klare Unterscheidung gemacht werden zwischen extrem billigen Kleidungsstücken vom Krabbeltisch im Discounter oder bei bestimmten Textilketten und der Ware im Bekleidungsfachgeschäft. Ein gutes Fachgeschäft oder auch ein Online-Shop wird sich mit super-billiger Ware nicht seinen Ruf bei der Kundschaft verderben. Trotzdem muss es auch hier nicht der Markenname sein, für den der Kunde 20 bis 30 % Aufschlag zahlt, nur um dessen Logo anschließend auch noch als Werbung herumzutragen. Die gleiche Qualität findet sich meist im selben Fachgeschäft, nur eine Kleiderstange weiter und günstiger.

Wirklich knifflig wird es bei Großanschaffungen wie einem Fahrzeug. Aber auch hier hilft wieder die Großserienproduktion und vor allem das sogenannte Baukastenprinzip. Dies ist etwas, das die großen Fahrzeughersteller eingeführt haben, um ihre verschiedenen Modelle und Marken rationeller produzieren zu können. VW etwa als Mutterkonzern verschiedener Marken wie Seat, Skoda und Audi arbeitet schon lange nach diesem Prinzip und so finden sich in allen Modellen der VW-Gruppe identische Fahrzeugteile. Nicht nur das. VW wie auch andere Fahrzeughersteller verkaufen ihre Fahrzeuge im europäischen Ausland oft billiger als hier im Inland. Die EU hat den Import solcher Fahrzeuge, früher als Grauimport bezeichnet, erheblich vereinfacht und allein dadurch können durchaus mehrere Tausend Euro gespart werden.