Mit Schnäppchen sparen

Als Schnäppchen wird gern ein Kauf bezeichnet, mit dem eine Ware sehr deutlich unterhalb des aktuellen Durchschnittspreises erworben wurde. Fast noch wichtiger als das gesparte Geld ist das Gefühl, ganz besonderes Glück gehabt zu haben. Deswegen üben Schnäppchen einen unglaublichen Reiz auf die Verbraucher aus.
Das wissen allerdings auch die Anbieter, und setzen bewusst auf den extremen Sparfaktor, um Kunden zum Kauf von Produkten zu bewegen. Dabei muss es sich jedoch nicht immer um ein Schnäppchen handeln. Oft genug werden Produkte nur so geschickt deklariert, das sie dem Verbraucher wie ein Schnäppchen vorkommen. Bei der Schnäppchenjagd ist also Vorsicht geboten. Dann helfen solche Angebote in der Tat kräftig beim Sparen.

Wie kommen echte Schnäppchen zustande?

Manche Schnäppchen liegen so weit unter dem Normalpreis, dass der Kunde sich zu Recht fragt, wie der Verkäufer damit noch etwas verdienen will. Die Antwort ist simpel: Der Anbieter will damit gar nichts mehr verdienen. Erstens hat er mit der Masse der zuvor verkauften Produkten aus dem Gesamtposten bereits seinen Gewinn realisiert, zweitens hilft die Aktion wiederum ihm beim Sparen. Denn der Schnäppchen-Posten blockiert möglicherweise Lagerplatz, der dringend für aktuelle, hochpreisigere Ware benötigt wird, oder stellt ein Auslaufmodell dar. In jedem Fall macht das verbilligte Angebot keine Abstriche an der Qualität und am Produktnutzen – ist also gute Ware zu einem sehr billigen Preis. Auch extra eingeleitete Schnäppchen-Aktionen können diese Kriterien erfüllen, denn meistens handelt es sich dabei um günstig erworbene Sonderposten, die auch zu einem geringeren Endverbraucherpreis abgegeben werden können. Hier spielt nicht der Gewinn die entscheidende Rolle, sondern die Kundenbindung. Denn mit einem solchen Angebot kann der Verkäufer Kunden gewinnen, die sich nun öfter bei ihm einfinden werden, oder langjährige Kunden in ihrer Treue bestätigen. Beides bringt eine künftige Umsatzsteigerung.

Das „gefühlte“ Schnäppchen

Ein großer Teil der Schnäppchen-Strategie zielt darauf, dem Kunden Produkte schmackhaft zu machen – Produkte, die er eigentlich nicht braucht. Aber ihre Aufmachung ist edel, sie versprechen ein neues Erlebnis oder sie erinnern an positive Erfahrungen. Da wird dann schon einmal schnell ein in Schweinsleder gebundenes Tagebuch oder eine nostalgische Spieluhr gekauft, weil der Preis in einem günstigen Verhältnis zur attraktiven Wirkung der Ware zu stehen scheint. Was der Kunde übersieht – die moderne Warenästhetik ist heute zu minimalen Kosten in der Lage, einen schönen Schein zu erzeugen. Selbst der billige Preis, der die Hemmschwelle des Kunden senkt, bedeutet immer noch einen Gewinn für den Anbieter. In der Regel verbringen diese Schnäppchen ein bedeutungsloses Leben in der Schublade, ehe sie irgendwann entsorgt werden.
Schnäppchenjäger können aber auch den Spieß einfach umdrehen. Die Hauptfrage ist: was brauche ich, und was bin ich bereit, dafür auszugeben? Wenn dieses Limit unterschritten wird, ist es in jedem Fall ein persönliches Schnäppchen. Voraussetzung ist, dass sich der Kunde auch darüber vollkommen im Klaren ist, mit welchen Komponenten sein Wunschprodukt ausgestattet sein sollte. Viele technische Geräte enthalten Optionen, die der Käufer niemals nutzt. Entsprechend könnte er auch ein viel billigeres Gerät erwerben, wenn er von vornherein auf die zusätzlichen Möglichkeiten verzichtet. So kann auch ein ganz normaler PC-Kauf zu einem echten Schnäppchen werden.