Sparen rund um den Computer

Informationstechnik ist im modernen Arbeitsalltag und Privatleben kaum wegzudenken. Die Beschaffung und der laufende Betrieb von Computern kostet Geld. Wer hier unvorbereitet auf Shoppingtour geht, zahlt womöglich langfristig drauf. Folgender Ratgeber bietet Hilfestellung für den nächsten Einkauf.

Vor dem Kauf: Informationen sammeln

Ohne ausreichend technische Kenntnis einen Computer zu erwerben, kann sich schnell rächen. Klare Prioritäten für den beabsichtigten Anwendungszweck des Gerätes erweisen sich als entscheidender Faktor. Zahlreiche Fachseiten im Nezt informieren in regelmäßigen Tests über Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis von Hardware. Ein Abend intensiver Recherche zahlt sich aus.

Bekannte Computerwebseiten

  • PC-Welt
  • Chip
  • Computerbase
  • Tom’s Hardware
  • PC Games Hardware

Welche Leistung wird benötigt?

Einsteiger-PCs verfügen nur über die allernötigste Ausstattung für den Büroalltag. Hauptsächlicher Aufgabenbereich: Texten, E-Mails, Surfen im Internet oder Dokumente ausdrucken. Multimedia-PCs verfügen über stärkere Rechen- und Grafikeinheiten. Hier können schon etwas anspruchsvollere Anwendungen wie Grafikbearbeitungsprogramme oder ältere Spiele genutzt werden. Gaming-PCs sind sehr teuer und vor allem für aufwendige, aktuelle 3D-Titel ausgelegt. Aber auch einige Programme für 3D-Design oder Videoschnitt können das Extra an Leistungsfähigkeit sinnvoll einsetzen. Kosten für einen Laptop übersteigen deutlich den Anschaffungspreis eines Desktop-PCs mit vergleichbarer Leistungsstärke. Der Faktor Mobilität treibt den Preis in die Höhe.

Eigenbau versus Fertig-PC

Sicherlich gibt es Unterschiede von Anbieter zu Anbieter, dennoch spart der Eigenbau gegenüber einem vormontierten Komplett-PC in der Theorie kaum Geld. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu schlecht abgestimmten Hardware-Komponenten innerhalb eines vorgefertigten Produktes. Die erhoffte Rechenkraft wird verfehlt oder unerwünschte Zusatzkomponenten und Software blasen den Preis auf. Selten erhalten Käufer detaillierte Informationen über das Innenleben des Gerätes. Im schlimmsten Fall lässt sich der Computer nicht ohne weitere Umbauten nachrüsten. Absolute Narrenfreiheit bietet hier nur der Eigenbau. Hardware kann gezielt ausgesucht und perfekt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Die Investition landet nicht in irgendwelchen überflüssigen Komponenten. Zudem lässt sich hierüber auch eine sehr genaue Kontrolle bezüglich des Stromverbrauchs unter Auslastung erwirken.

Der Einkauf

Steht fest, welches Leistungsspektrum der Computer abzudecken hat, beginnt die Suche nach dem passenden Angebot. Der Markt ist ständig in Bewegung. Online erhält man auf Vergleichsportalen recht schnell eine passende Übersicht. Während in niedrigen Preisklassen eine langfristige Wertestabilität vorherrscht, ist bei High-End-Ware ein rascher Preisverfall die Regel. Das Beste vom Besten macht nur in sehr seltenen Fällen wirklich Sinn. Schon der gehobene Mittelklassenbereich verspricht mehr als ausreichende Rechenkapazitäten für die kommenden Jahre. Steht ein Generationenwechsel aktueller Technik bevor, hat dies Auswirkungen auf die Kosten. Der Abverkauf alter Ware findet dann unter stark reduzierten Preisen statt. Eine gute Gelegenheit, diese etwas genauer zu begutachten. Auch Gebrauchtwaren mit geringen Gebrauchsspuren und voller Garantiezeit können unter Umständen ein Schnäppchen darstellen. Netzteile unbekannter Hersteller sind zu vermeiden. Ein schlechter Wirkungsgrad lässt den Stromverbrauch ansteigen. Gut als Entscheidungshilfe für das richtige Netzteile ist das 80-Plus-Zertifikat in verschiedenen Ausführungen. Aus der Steckdose bezogener Strom wird hier mit mindestens zu 80% dem Endgerät zur Verfügung gestellt. Die Webseite 80plus.org gibt Einsicht, ob das beworbene Produkt auch tatsächlich einer Qualitätsprüfung unterzogen wurde.

Kosten im laufenden Betrieb minimieren

Einfache Arbeiten wie Texten oder Recherchieren im Internet fordern nur einen geringen Anteil der potentiellen Rechenkraft. Je intensiver und regelmäßiger die Nutzung des Computers, desto höher steigt der Stromverbrauch. Besonders Grafikkarte und CPU beanspruchen den größten Anteil Energie. Die TDP gibt bei diesen Komponenten ungefähr den zu erwartenden Verbrauch im Stresstest. Hier gibt es teils massive Schwankungen, die vor allem in der gehobenen Leistungsklasse vertreten sind. Langfristig zahlt sich der kritische Blick auf den Stromkonsum aus. Vorsicht: Spezielle Stromspar-CPUs wirken da auf den ersten Blick ideal. In Wahrheit sind diese überteuert und leisten nur einen Bruchteil der Arbeit. Die Performance pro Watt ist verglichen zu herkömmlichen Modellen sehr schlecht. Das bedeutet im Umkehrschluss längere Einsatzzeiten für das gleiche Resultat.

Als Alternative bietet sich an, das Energiemanagement des Betriebssystems zu nutzen. Auch einige kostenlose Tools (Notebook Hardware Control) können auf Wunsch die CPU drosseln, nach kurzer Zeit den Bildschirm verdunkeln und die Festplatten ausschalten. So wird selbst im Idle-Betrieb ungenutzte Leistung nicht sinnlos verpulvert. Laptops, Tablets und Smartphones verfügen häufig schon über entsprechende Software, die den Akku schonen soll. Besseren Überblick und Kontrolle bieten aber zusätzliche Apps wie beispielsweise der DU Battery Saver.

Standby mag zwar komfortabel erscheinen, kostet langfristig ebenfalls wertvolle Energie. Lohnenswert ist daher die Anschaffung einer Steckerleiste. An dieser lassen sich Computer, Monitor und Drucker einfach zentral vom Stromnetz trennen. Auch der Verzicht vieler Einzelgeräte zugunsten eines Kombigerätes wie den Multifunktionsdrucker mindert über längeren Zeitraum die Stromkosten. Drucker sollten – sofern kein qualitativ hochwertiger Druck erwünscht ist – immer im Eco-Modus arbeiten, um den kostspieligen Tintenverbrauch einzuschränken. Einzelpatronen lassen sich immer nach Bedarf austauschen und sind kombinierten Behältern vorzuziehen.